Die Oberlausitz - lausitzisch: Äberlausitz -
ist eine geografische Region in Sachsen und Polen. In Sachsen umfasst
die Oberlausitz in etwa die Landkreise Bautzen und Görlitz. Der
seit 1945 polnische Teil zwischen den Flüssen Neiße und
Queis gehört administrativ zur Wojewodschaft Niederschlesien. Die
"Hauptstadt" der Oberlausitz ist Bautzen mit ca 40.000 Einwohnern
(sorb. Budysin). Größte Stadt der Oberlausitz ist das
geteilte Görlitz (poln. Zgorzelec) mit ca 86.000 Einwohner (55.000
Görlitz - 31.000 Zgorzelec). Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
hieß das Gebiet der Oberlausitz „Land Budissin“. Erst
von da an unterschied man zwischen Ober- und Niederlausitz, abgeleitet
vom nördlichen Nachbarland der Niederlausitz. Ursprünglich
wurde nur die Niederlausitz Lausitz genannt, wegen des dort lebenden
slawischen (sorbischen) Volksstammes der Lusici. Beide Länder
werden im Plural heute als die Lausitzen bezeichnet. Der Norden der
Oberlausitz wird von der flachen Teich- und Heidelandschaft
eingenommen. Der mittlere Teil ist hügelig, während der
Süden vom
Lausitzer Bergland
und Zittauer Gebirge geprägt wird. Beide Berglandschaften sind
Teil des Lausitzer Gebirges, das sich zum größten Teil in
Tschechien befindet. Die wichtigsten Berge der Oberlausitz sind die
Lausche (793m), der Valtenberg, Czorneboh, Bieleboh, Löbauer Berg
und Landeskrone. Alle größeren Flüsse fließen von
Süden nach Norden. Im Westen bildet die Pulsnitz die Grenze zu
sächsisch-meißnischem Gebiet, die Spree beginnt ihren Lauf
am Kottmar ganz im Süden des Landes, fließt durch Bautzen
und ist der Hauptfluß der Oberlausitz. Die Neiße entspringt
im Böhmischen Isergebirge und bildet heute die Grenze zu Polen,
sie tritt bei Zittau auf Oberlausitzer Gebiet, teilt die Stadt
Görlitz und verläßt es bei Bad Muskau in Richtung
Niederlausitz. Die Ostgrenze der Oberlausitz bildet der Queis, der an
Luban (Lauban) vorbeiströmt und weiter nördlich auf
schlesischem Gebiet in den Bober mündet, dieser mündet in die
Oder. Seit dem 7. Jahrhundert lebte im Gebiet der Oberlausitz der
slawische Stamm der Milzener. Ihr Zentrum war die Stelle, an der heute
die Stadt Bautzen liegt. König Heinrich I. leitete mit seinen
Kriegszügen 921/922 und 928/929 die militärische Unterwerfung
der heutigen Sorben ein. Die Milzener wurden zu Tributzahlungen
gezwungen und im Jahre 990 durch Markgraf Ekkehard I. von Meißen
endgültig unterworfen. 1234 stiftete Königin Kunigunde das
Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal im heutigen Ostritz und 1248
gründete Bernhard von Kamenz das zweite Zisterzienserinnenkloster
St. Marienstern in Panschwitz - Kuckau. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts
wurden von den deutschen Landesherren deutsche Bauern ins Land geholt,
welche viele neue Dörfer anlegten. Die neu angesiedelten Bauern
waren rechtlich besser gestellt, als die sorbische Bevölkerung.
Die Masse der Sorben waren Hörige und Leibeigene, die Fronarbeit
verrichten mußten, während die deutschen weniger Dienste und
weniger Abgaben leisten mußten. 1329 fiel die Oberlausitz an
Böhmen und 1346 gründeten die sechs Städte Kamenz,
Bautzen, Löbau, Görlitz, Lauban und Zittau den
Sechsstädtebund, ganz im Sinne des Landesherrn, Kaiser Karl IV,
der den Bund mit zahlreichen Privilegien ausstattete. Heute leben in
der Oberlausitz ca 750.000 Menschen, 150.000 davon auf polnischem
Gebiet und 600.000 in Sachsen. Im sorbischen Siedlungsgebiet zwischen
Kamenz, Wittichenau und Bautzen sprechen etwa 20.000 Menschen Sorbisch,
das sind ca 3,3% von den 600.000 Bewohnern im deutschen Teil der
Oberlausitz. In der Oberlausitz nimmt die Bevölkerung seit mehr
als zehn Jahren ab. Junge Leute verlassen die Region, wegen der hohen
Arbeitslosigkeit. Auch der polnische Teil um Zgorzelec (Görlitz),
Bogatynia (Reichenau) und Luban (Lauban) ist dünn besiedelt und
gehört zu den strukturschwächsten Regionen Polens. In der
südlichen Oberlausitz, in den Bergen des
Lausitzer
Berglandes und des Zittauer Gebirges, befinden sich zahlreiche
Umgebindehäuser.
Es ist das größe zusammenhängende Gebiet in Deutschland
mit dieser Volksbauweise. Dieser Haustyp entstand aus den slawischen
Blockhäusern und den deutschen Fachwerkhäusern. Bei dieser
Bauweise werden um die Blockbohlenstube senkrechte Säulen mit
Querbalken, dem sogenanten Umgebinde angeordnet, welche dann das Dach
oder ein Obergeschoß in Fachwerkbauweise tragen. Gleichfalls nur
in der südlichen Oberlausitz gibt es die
Mundart mit dem typischen rollenden
Rrr. Die Bewohner werden deshalb oft als „Edelroller“ bezeichnet.